Folge 12: Tür und Tor geöffnet hat Winzerin Katharina Klager
Shownotes
In der zwölften Folge von „Hoftor Auf“ erzählt Winzerin Katharina Klager aus Wien-Stammersdorf, wie sie das Weingut und den Heurigen ihrer Familie von einem Tag auf den anderen übernehmen musste, als ihr Vater schwer erkrankte. Aus einer unerwarteten Herausforderung wurde ihr neuer Alltag als Betriebsführerin. Katharina spricht über Verantwortung, mutige Entscheidungen, neue Weinlinien, die sie im Betrieb etabliert hat, und darüber, wie sie gemeinsam mit ihrem Mann – einem Belgier ohne landwirtschaftlichen Hintergrund – den Familienbetrieb weiterentwickelt. Außerdem verrät sie, wie sie den Spagat zwischen ihrem Job als Marketingmanagerin und der Arbeit im Weingut meistert.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Dieser Podcast wird ihr präsentiert von Maschinenring.
00:00:04: Mein Name ist Sabine Kronberg und mein Herz schlägt für die Landwirtschaft, besonders für die Bäuerinnen unseres Landes!
00:00:10: Wie diese Frauen ihr vielfältiges Leben gestalten, Verantwortung übernehmen und landwirtschaftlichen Betrieben ihre Handschrift verleihen beleuchten wir im Podcast der Bauernzeitung.
00:00:19: Dafür öffnen uns die Bäueren
00:00:20: Tür und Tor.
00:00:22: Wir treten neugierig ein und nehmen dich mit wenn es heißt Hoftor auf!
00:00:32: Katarina Klager im wunderschönen Stammerstorf, einem sehr bekannten heurigen Ort im Norden von Wien.
00:00:39: Und wenn wir hier inmitten von Bäumen und Tischen die bereits für später vorbereitet werden sitzen dann sitzen wir in einem auch der bekanntesten Heurigen hier rundherum denn du Katarina nunmehr führst mit deinem Partner gemeinsam Aber gleichzeitig bist du auch in einem Erwerbsberuf außerhalb des bäuerlichen Betriebs beziehungsweise des heurigen Betriebes.
00:01:02: Erzähl uns einmal, wie kommt es dazu als junge Frau einen heurigem Betrieb zu übernehmen?
00:01:07: Ja, grundsätzlich bin ich groß geworden.
00:01:10: Zu Hause in Stammastorf.
00:01:11: Immer am Betrieb mit dabei gewesen und das ist eine Art zu leben.
00:01:15: also ich sehe es nicht nur als Beruf.
00:01:17: bei uns war das wirklich so als Kinder.
00:01:19: man ist mit viel draußen man lebt es mit.
00:01:21: wir haben auch immer viele Tiere gehabt.
00:01:23: unser Spielplatz war eigentlich der Weingarten beim Papa.
00:01:26: die Mama hat uns in der Früh zusammengepackt rausgeschmissen.
00:01:29: so für uns war dass eigentlich immer unser Lebensort und viele Dinge die vielleicht andere als Arbeit sehen gehört einfach zum, ja heute würde man sagen Lifestyle mit dazu und ich habe das eigentlich immer sehr gerne gehabt.
00:01:42: Ich habe aber dann die Möglichkeit gehabt nach meiner schulischen Ausbildung quasi von zuhause ein bisschen fortzugehen anderes zu sehen und so bin ich dann ins Berufsleben eingestiegen Und das hat mir irrsinnig viel Spaß gemacht.
00:01:56: Ich habe damals bei der Firma Biomin begonnen, es war quasi mein erster Job wo ich relativ schnell Aufstiegsmöglichkeiten hatte und bin dann auch ein bisschen mit dem Reisen in Berührung bekommen.
00:02:07: War dann für verschiedene Länder verantwortlich bis ich als Marketing Manager für Europa verschiedene Aufgaben übernehmen durfte.
00:02:16: Das hat mich eigentlich sehr geholfen meinen Horizont zu erweitern und das habe ich auch sehr genossen.
00:02:22: Ja und irgendwann ist dann der Punkt gekommen, dass es meinen Vater nicht so gut ging.
00:02:29: Und da sind wir eigentlich als Familie dann an einem Punkt angekommen wo man gesagt haben okay jetzt müssen wir uns entscheiden wie soll's eigentlich weitergehen?
00:02:37: zu Hause mithelfen und ich hatte immer wieder meine eigenen Bereiche, wo ich mich verwirklichen konnte.
00:02:43: Aber so einen Betrieb zu führen ist halt noch einmal was ganz etwas anderes.
00:02:48: Und das merkt man dann eigentlich erst, wenn man wirklich vor der Entscheidung steht.
00:02:52: Geh seid ihr drei Geschwister?
00:02:53: Wir sind drei Geschwiester.
00:02:54: Ich
00:02:55: sehe immer spannend gerade im bäuerlichen Umfeld und auch im länden Umfeld, wie wurde denn die Entscheidung getroffen werden Betrieb übernehmen soll.
00:03:02: Das war eigentlich ganz klar.
00:03:04: meine Geschwisters haben eigentlich beide zu mir gesagt Katharina wir wollen nichts hergeben müssen das ist unser Zuhause aber wir wollen es auch nicht machen Und wir wissen alle dass du diejenige bist die das machen sollen und die das auch gerne macht und die dafür lebt.
00:03:18: wir unterstützen dich dabei Aber Wollen tun wir es nicht.
00:03:23: Und wir hätten unglaublich gerne, dass du's
00:03:25: weitermachst.".
00:03:26: So ist das eigentlich gewesen damals?
00:03:27: Eigentlich die beste Voraussetzung, die man haben kann.
00:03:29: Das ist keine Selbstverständlichkeit!
00:03:31: Das ist richtig ja.
00:03:32: Ich meine, es ist natürlich auch nicht immer einfach weil man doch einen gewissen Druck hat.
00:03:35: aber ich muss sagen gerade mein Bruder der hat damals in dieser Zeit des Übergangs sehr viel unterstützt.
00:03:41: also er hat mich sehr viel unterstützen und für meine Schwester war es auch immer klar Ich sein werde, weil ich eigentlich immer die gewesen bin.
00:03:52: Die vielleicht im Ganzen am nächsten gewesen ist.
00:03:55: Jetzt
00:03:55: fragt man sich natürlich wie geht es sich das aus?
00:03:58: Head of Regional Marketing für Europa.
00:04:02: Das ist in einem großen Unternehmen, dass international tätig ist.
00:04:07: Eigentlich eine Jobdescription, die schon sehr lebens- und berufsausfüllend ist.
00:04:12: Wie kann man daneben noch einen heurigen Führen, einen Weinbaubetrieb?
00:04:17: Wie lässt sich das vereinen?
00:04:18: wie organisiert man?
00:04:20: auch?
00:04:20: da muss man wahrscheinlich Managerin sein.
00:04:22: Man muss sehr viel planen.
00:04:24: ich frage mich dass oft selber wieder geht aber na es geht.
00:04:28: Es ist natürlich sehr viel getaktet und sehr viel gemland Und ehrlicherweise muss man auch dazusagen, das geht nur als Familienbetrieb.
00:04:37: Also bei uns ist es mittlerweile so, dass auch meine Schwester wieder zurückgekommen ist.
00:04:42: Die ist jetzt mittlerweile auch wieder fest mit dabei.
00:04:46: Wie teilt
00:04:47: ihr euch das ein?
00:04:47: Wer übernimmt was?
00:04:48: und das ist ein sehr guter Punkt.
00:04:50: Das ist das Wichtigste!
00:04:51: Ich habe in dem Jahr von meinem Vater übernommen und so gibt's auch klare Trennungen also... Mein Mann und ich, wir kümmern uns um den Weinbarbetrieb.
00:05:02: Sprich das Weinmachen-Events und alles was sonst noch mit dazugehört.
00:05:07: Und meine Schwester ist im Heurigen aktiv und unterstützt die Eltern, die nach wie vor beim Heuregen hauptsächlich vor Ort sind.
00:05:16: Das ist eine sehr gute Trennung und das würde ich auch jedem an's Herz legen oder als Tipp mitgeben.
00:05:23: Klare
00:05:23: Strukturen!
00:05:24: Das hilft uns als Familie unglaublich Und somit hat doch jeder Freude an dem, was er macht und kann sich in dem verwirklichen, was ihm am meisten liegt.
00:05:36: Wir sitzen da jetzt ja in einem wunderschönen Umfeld mitten im Gastgarten und die Vögel zwitschern und hier wird schon eifrigst Vorberuhe
00:05:42: vor dem Sturmnachtmittag
00:05:44: wenn es wieder losgeht bei euch!
00:05:47: Die Übergabe tatsächlich, die war aber nicht ganz friktionsfrei.
00:05:51: Nicht weil es jetzt zu Streit da reingekommen ist sondern weil eigentlich eine große Belastung und eine grosse Sorge genau in dieser Zeit über euch gelegen ist.
00:06:00: Nimm uns ein bisschen mit in diesen Lebensabschnitt!
00:06:02: Ja genau das ist dann eigentlich sehr schnell gegangen weil natürlich er stand immer im Raum aber so wie's wahrscheinlich in den meisten bäuerlichen oder landwirtschaftlich Betriebenen ist.
00:06:11: man weiß der Tag wird kommen was spricht sehr viel darüber aber man hat wahrscheinlich nicht sofort den klaren Plan.
00:06:18: berat, wie soll das Ganze auschenen und wie soll es ganz funktionieren.
00:06:22: Mein Papa war zwanzig-zweiundzwanzig leider schwer krank und war von einem Tag am anderen weg vom Fenster oder weg vom Betrieb und konnte tatsächlich nicht mehr arbeiten und war für eine sehr lange Zeit immer wieder im Krankenhaus und bettlegrig.
00:06:41: Und was das für einen Familienbetrieb heißt ... das wissen oder können sich viele vorstellen, die in einer ähnlichen Situation sind.
00:06:48: Und
00:06:48: dein Vater war auch die Säule des Betriebs?
00:06:52: Mein Vater und meine Mutter sind eigentlich nicht wegzudenken – gerade mein Papa war immer der Säul des Betriebens, nicht nur beim Heurigen.
00:07:03: Da gibt es Kleinigkeiten wie ... Man muss Pflanzenschutz im Weingarten machen, es bricht vielleicht irgendwo ein Stück beim Traktor.
00:07:15: Es kommt einen Lieferant und man muss einkaufen vor banale Dinge wie auf einmal Spinte-Elektrik im Keller.
00:07:22: Das sind so diese Geschichten im Hintergrund die man vielleicht nicht sofort sieht oder
00:07:26: der Vater immer abgewickelt hat.
00:07:27: Richtig!
00:07:28: Und plötzlich bricht das einfach alles weg.
00:07:32: Da mussten wir dann schneller eine Entscheidung treffen, nicht nur als Familie sondern auch... gerade ich und mein Mann.
00:07:37: Wieso soll es jetzt tatsächlich weitergehen?
00:07:38: Die
00:07:38: Weinbauschule in Kloster Neuburg hast du absolviert, den jungen Jahren, den ganz jungen Jahr.
00:07:43: Genau richtig!
00:07:44: Das heißt die Basis war eigentlich also das Wissen des Geschaffene war da.
00:07:48: Gleichzeitig warst du super erfolgreich in deinem Büch.
00:07:51: Wie schwer fällt denn dann so eine Entscheidung?
00:07:54: War es eine Entscheidung dieses oder jenes oder war es die Entscheidung wie vereint man sich?
00:07:59: Wie waren die Überlegungen dies betrifft?
00:08:01: Die Entscheidung ist mir nicht schwer gefallen weil ich habe das immer Gewusst, ich habe das immer gespürt.
00:08:06: Das ist meines.
00:08:07: Es war eher nur der Zeitpunkt.
00:08:09: Wann sagt man jetzt ist der richtige Zeitpunkt?
00:08:11: und jetzt mache ich das?
00:08:13: Und in meinem Fall wäre es einfach so, dass die Entscheidung vielleicht ein bisschen vorangetrieben hat.
00:08:19: D.h.,
00:08:20: dein Vater wurde während dieser Zeit gepflegt, betreut, begleitet... Richtig!
00:08:26: Genau.
00:08:26: ...wir wussten wieder tun.
00:08:27: Es waren tatsächlich so, wie gesagt, die Zeit war geprägt von sehr vielen Krankenhausaufenthalten Und zusätzlich ist dann natürlich auch gekommen, dass der Betrieb ganz normal weiter gelaufen ist.
00:08:40: Der Heurige war da – den kann man nicht einfach zusperren.
00:08:43: Die Gäste kommen nach wie vor aber man hat halt wirklich das Macht was mit einem.
00:08:48: und gerade für meine Mutter war diese Zeit irrsinnig schwierig, was vielleicht sogar wir Kinder nicht immer verstanden haben weil du hast an jemanden neben dir, dem du eigentlich nicht helfen kannst.
00:09:00: Und gleichzeitig die Sorge, weil dein Arbeitsbuddy, deinen Kollegen, dein Lieblingskollege mit dem du so Familienunternehmen führst, nicht da ist?
00:09:08: Richtig
00:09:08: und nicht nur Arbeitsbuddie aber auch für meine Eltern damals, die haben sich in sehr jungen Jahren kennengelernt und die haben das eigentlich immer gelebt.
00:09:16: Das sind beide sehr aktive Menschen.
00:09:18: Für meine Mama war das ganz schlimm auch den Papa zu sehen.
00:09:21: Und jetzt muss man halt dann... Irgendwie schauen, wie man das alles händeln kann.
00:09:26: Nicht nur physisch sondern auch mental.
00:09:29: Das war eigentlich das Schwierigste in dieser ganzen Zeit.
00:09:31: Genau in dieser Zeit hast du gesagt ja ich übernehme dass... Wie groß ist da die Verantwortung?
00:09:36: Die auf einem lastet.
00:09:37: Das waren zwanzig zwei und zwanziger.
00:09:40: Sie war sehr gross!
00:09:44: Und ich glaube in dieser Effekt-Situation schaut man dann einfach nur Wie schwimmt man?
00:09:49: Und ich hab eigentlich gar nicht viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken.
00:09:52: Was sind da jetzt die Konsequenzen und was bringt die Zukunft für mich?
00:09:56: Für meine Geschwister.
00:09:58: Der Betrieb soll weitergehen.
00:09:59: Für uns ist es nicht nur ein Betrieb.
00:10:00: Wir sind so groß geworden, wir sind so aufgewachsen ... Zu Hause!
00:10:03: Es ist unser Zuhause.
00:10:05: Es ist eine Art zu leben, für die man sich aktiv entscheidet.
00:10:11: Ich hab immer gewusst, so soll mein Leben ausschauen eigenen Kinder auch so aufwachsen sehen.
00:10:21: Ja, diese Frage hat sich nicht gestellt.
00:10:26: Du hast die Internationalität auf diesen Betrieb gebracht, die du aus deinem Marketingjob kennst?
00:10:33: Belgier an der Seite
00:10:35: geholt.
00:10:36: Du
00:10:36: bist mit Thomas verheiratet, der als Herkunftsland Belgien hat.
00:10:41: Der aber heute in diesem Betrieb tätig ist jetzt ohne dass man irgendwelche Vorurteile auch in den Raum stellt.
00:10:47: Aber gab es da vielleicht die Idee um Gottes Willen in Belgier?
00:10:51: Der hat vielleicht von Weinbau keine Ahnung und er kennt keinen Heurigen... Bringt sie den mit, will den Hof einerseits übernehmen und andererseits ihren Job weiterführen?
00:11:00: Glaubst du da Bedenken in der Familienstruktur?
00:11:03: Ich glaube das sind absolut keine Vorurteile.
00:11:05: Das sind gerechtfertigte Sorgen oder die wahrscheinlich jeder gehabt hat.
00:11:11: Und ich bin ehrlich, ich habe mir diese Frage selber auch gestellt.
00:11:16: Immer gedacht um Gottes Willen!
00:11:18: Wie bringe das meinen Eltern bei dass ich mich in einem Belgier verliebt hab?
00:11:25: Aber wir haben uns dafür entschieden.
00:11:27: Und ich muss dazu sagen, ohne den Thomas hätte ich wahrscheinlich auch nicht diese Motivation und diesen Mut oder diese Stärke gefunden,
00:11:33: glaubst du?
00:11:34: Weil der mich einfach sehr motiviert hat und mir eigentlich aufgezeigt hat was alles möglich ist.
00:11:39: Wir haben beide gewusst, wir haben es füreinander entschieden.
00:11:42: Ich muss dazusagen, ich hatte das große Glück dass er eine irrsinnige Liebe zum Weinbau mitgebracht hat.
00:11:47: Er war sehr weinerfin.
00:11:48: So sind die ersten Gespräche entstanden wie wir uns kennengelernt haben.
00:11:54: Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn man hin und wieder jemanden an seiner Seite hat, der das Ganze von einer ganz anderen Perspektive sieht.
00:12:01: Und wie gesagt, Thomas hat mir eigentlich immer sehr viel ... Ja, Unterstützung gespendet und ich habe da sehr viel Mut auch aus dieser Beziehung geschöpft.
00:12:11: Das heißt hatte ich noch motiviert den Betrieb zu übernehmen?
00:12:13: Und zu sagen...
00:12:14: Absolut!
00:12:16: Was war seine Ansage an dich?
00:12:18: Was waren diese Sätze die dich motiviert haben oder die dir gesagt haben?
00:12:22: mit immer meiner Seite kann ich das auch bewältigen?
00:12:25: Zum einen glaube ich hat dem Thomas das immer sehr beeindruckt Die österreichische Kultur die wir leben und auch diese Traditionen dieses Gewisse für etwas zu brennen.
00:12:37: Das war immer etwas, das hat er vielleicht auch von zu Hause nicht so gehabt oder nicht so gesehen.
00:12:44: also der war sofort mit dabei.
00:12:46: wir sind ja doch als Österreicher sehr patriotisch wir haben sehr viele Traditionen wie haben sehr viel Bräuche.
00:12:52: das war was das hat dem Thomas von Anfang an irrsinnig beeindruckt Und dadurch, dass er immer sehr wein auf ihn war.
00:12:59: Lustigerweise war das immer ein kleiner Traum.
00:13:03: Vielleicht eines Tages wirklich einmal in diesem Bereich tätig zu sein.
00:13:08: War eher offen genug... auch hinter die Kulissen zu schauen, weil natürlich es klingt schön.
00:13:15: Es ist immer sehr nett so wie du jetzt gerade vorhin gesagt hast ...
00:13:18: Winzerin zu sein klingt unglaublich schön!
00:13:20: Das
00:13:20: klingt ja unglaublich gut.
00:13:21: Eine
00:13:21: schöne Nomenklatur bringt Rang und Rum und Ehre mit
00:13:24: sich... Genau, der
00:13:25: Hintersteckt harte
00:13:26: Arbeit.
00:13:26: Der Hintersteck hat eine Arbeit.
00:13:28: Es klingt sehr romantisch aber es ist nicht immer romantische und das rechne ich im Hoch an dass er so offen war dass er gesagt hat, okay komm wir probieren das gemeinsam.
00:13:38: Ich springe da mit dir hinein in das Ganze und er hat da glaube ich auch ein Stück Motivation gefunden.
00:13:45: Und jetzt ist es mittlerweile so, dass er sehr viele Aufgaben übernommen hat wo wir uns auch kompensieren was mir wiederum Freude bereitet und wo er auch seinen eigenen Bereich hat, wo er sich verwirklichen kann.
00:13:56: Und ich glaub, dass ihm gerade das sehr viel Motivations gibt
00:13:58: ja.".
00:14:02: Der Druck auf Österreichs Bäuerinnen und Bauern.
00:14:05: Maschinenring unterstützt mit zwei vom Landwirtschaftsministerium
00:14:08: geförderten Projekten.
00:14:10: Wissensausdau springt
00:14:11: neue Agrartechnik und gezielte Schulungen, und Happy am Hof bietet
00:14:15: Prävention
00:14:16: und Unterstützung für die Gesundheit.
00:14:18: Mehr auf maschinen- ring.at und happyamhof.at.
00:14:25: Wie schaffst du es zeitlich?
00:14:26: Also wie kann man sich das praktisch vorstellen, wie viele Stunden bist Du in deinem Job außerhalb des Familienbetriebs?
00:14:32: Wie viele Stunden, Tage, Wochen gibt's bei Dir überhaupt einen Wochenende bis Du zu Hause im Einsatz?
00:14:38: Also bei uns ist es tatsächlich so, dass ich Vollzeit arbeite und das Weingut im Nebenerwerb führe.
00:14:47: Dass es bei uns eigentlich fast keine Wochenende gibt wo wir nicht in den Weingarten oder Betriebs sind.
00:14:55: Und deswegen habe ich auch gesagt, das ist eine Art Lebenseinstellung weil wir versuchen dann, dass wir es uns trotzdem schön machen oder dass wir die Arbeitszeiten genießen im Weingatten.
00:15:05: aber tatsächlich muss man sehr viel planen.
00:15:09: Und das ist gerade mir sehr schwer gefallen, weil alle die mich näher kennen wissen dass ich eigentlich ein sehr chaotischer Mensch bin und ich habe erst aufgrund dieser Situation das erste mal wirklich begonnen einen Kalender mitzuführen wo ich meine Termine eintrage.
00:15:25: aber wie gesagt mit guter Planung funktioniert es eigentlich recht gut.
00:15:30: Der einzige Nachteil ist vielleicht, dass man nicht immer so flexibel sein kann wie andere.
00:15:34: Gerade im Freundeskreis ist es oft spürbar also diese ganz spontanen Treffen oder Aktionen.
00:15:39: das ist halt bei uns leider nicht immerso möglich wie man sich's wünschen würde.
00:15:43: aber ich finde grundsätzlich muss man das Beste daraus machen und ist das wichtigste was man mit Spaß macht weil sonst funktioniert es nicht.
00:15:51: Thomas hat ja auch mit Freude in eure Beziehung zu euch hergebracht.
00:15:54: Denne hat eine Tochter mitgebracht, du hast ein Bonuskind.
00:15:58: Wie viel
00:15:59: ist sie mit euch und um euch?
00:16:02: Genau richtig!
00:16:03: Mein Mann hat eine tochter mit gebracht.
00:16:05: ich bin wie man es heutzutage sagen würde eine Bonusmama Für mich aber ein total schöner Mehrwert.
00:16:13: Die Reva hat mich von Anfang an mit offenen Armen mit aufgenommen und das war eigentlich für mich die größte Sorge.
00:16:21: Das ist
00:16:21: keine Selbstverständlichkeit, nein absolut nicht!
00:16:25: Und natürlich hat es viele Ängste am Anfang gegeben.
00:16:28: wie sollen wir das managen?
00:16:30: Wie wird das sein und wie werden wir auch gesehen oder aufgenommen?
00:16:35: Aber das hat sich relativ schnell sehr gut eingependelt und ich glaube auch für die Rewa ist es eigentlich immer schön, wenn sie bei uns sein kann.
00:16:45: Weil es einfach ein ganz anderes Leben ist.
00:16:47: Das Kindsein auf einem Betrieb oder in einem Betrieb ist ein anderes Kindsein als man das vielleicht heutzutage kennt.
00:16:56: Es ist wie alt?
00:16:57: Die Rewe ist zehn Jahre.
00:16:59: Was sagt sie, wenn ihr im Beinkarten mit ihr unterwegs seid?
00:17:02: Oder was ist ihr Feedback zu dem, was ihr macht?
00:17:05: Sie genießt's weil sie wird natürlich total verwöhnt.
00:17:08: Schnitzel steht an der Tagesordnung.
00:17:12: Das klingt wie es wäre da die Oma auch...
00:17:13: Die Oma ist total mit dem Spiel.
00:17:15: genau ich kann das sehr gut und es ist einfach so eine gewisse Freiheit wir ihr hier mit bieten können, weil beim Traktorspazieren fahren ist keine Selbstverständlichkeit.
00:17:25: Wenn wir draußen sind gibt es dann Abendeuer, wenn das Wetter schön ist wo man unsere Würstellen am Stecken grillen und ich glaube das sind einfach diese Dinge die sich die Kinder auch merken.
00:17:34: Es ist so ein bisschen eine Abenteuer immer wieder dabei.
00:17:37: ja und das merken wir dass das eigentlich scheinbar ziemlich in Spaß macht.
00:17:43: Was macht dir den Spaß an dem Beruf Weinbäuerin zu sein?
00:17:48: Was ist das, was deine Faszination ausmacht?
00:17:51: Zum einen ist es das Arbeiten in und mit der Natur.
00:17:56: Also ich war immer draußen egal bei welchem Wetter.
00:18:00: Ich kann irrsinnig gut abschalten gerade im Weingarten.
00:18:04: Das Zweite, was mich immer wieder beeindruckt ist, dass man gerade als Winzerin – du hast eigentlich deine Chancen nur einmal im Jahr und jedes Jahr ist es anders.
00:18:13: Ich bin auch sehr froh, dass mein Papa noch so unterstützend mit dabei ist, weil einfach bei dem Weinbauerfahrung so viel Wert ist.
00:18:22: Was glaubst Du, was es mit euch gemacht hat?
00:18:25: Dass er so krank war?
00:18:26: Welche Auswirkungen hat diese schwere Zeit auf eichers Familie als System hinterlassen?
00:18:33: um einiges mehr zusammengewachsen.
00:18:36: Ich bin vielleicht auch etwas aus dem Schatten des Tochterseins herausgetreten, weil wie gesagt in diesem Moment war es tatsächlich so, dass der Papa einfach nicht mehr hinter mir gestanden ist oder griffbereit war.
00:18:48: Es war tatsächlich so das ich das allererste Mal die gewissen Schritte auch im Keller komplett alleine machen musste und nicht wirklich fragen habe können kein Backup.
00:18:57: Kein Back-Up!
00:18:58: Es hat funktioniert oder es hat doch nicht funktioniert?
00:19:01: und ich glaube, dass es mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben hat.
00:19:05: Und das es uns als Familie geholfen hat dem Betrieb vielleicht ein bisschen anders zu strukturieren.
00:19:12: Auch wir Kinder sind vielleicht anders wahrgenommen worden weil ganz plötzlich jeder sein Päckchen Verantwortung übernehmen hat müssen und auch für seine Daten
00:19:24: Verantwortung getragen
00:19:26: hat und die Konsequenzen hat übernehmen müssen.
00:19:28: Das hat uns aber im Nachhinein irgendwie eine bessere Basis gegeben, weil man sich gegenseitig vielleicht auch ein bisschen mehr vertraut.
00:19:38: Wenn du heute jungen Menschen begegnest die in der Landwirtschaft nicht im Weinbau zuordnet unterwegs sind was wäre denn ein wichtigster Tipp für eine Übernahme den du vielleicht auf die harte Tour gelernt hast, den du anderen gönnen würdest sanft oder vielleicht wohl konzentriert und überlegt und vorbereiterter einzusteigen?
00:19:58: Ich glaube, es ist ganz wichtig dass man sehr viel miteinander spricht und das man ganz klar seine Grenzen absteckt.
00:20:06: Und das muss man auch mit den Eltern besprechen weil gerade dieses Thema Generationenkonflikt – auch wenn ich es hier vielleicht ein bisschen einfacher gehabt habe aufgrund der Situation aber es meint ja jeder nur gut Die jungen Generation möchte Innovation erbringen, möchte Neues bringen.
00:20:24: Ist kreativer?
00:20:24: Hat Ideen?
00:20:26: Die älteren Generation weiß halt viel nicht an wie es geht.
00:20:28: Genau richtig und da ist der Konflikt vorprogrammiert und ich glaube das ist ganz wichtig dass man sehr viel drüber spricht aber wie gesagt auch versucht den jeweiligen Generationen Raum zu geben und dass sich jeder auf das fokussieren kann, was er am besten kann.
00:20:44: Aber dass man es dem anderen noch zugesteht.
00:20:46: Wo merkst du, dass heute bei euch manchmal noch Friktionen auftauchen?
00:20:50: Ich denke mir dein Vater ist heute wieder und darüber freue wir uns wieder.
00:20:54: absolut
00:20:54: zurück!
00:20:55: Absolut.
00:20:55: Trotzdem bist du jetzt die Chefin im Weinbau?
00:20:58: Richtig!
00:20:59: Ich
00:20:59: stelle mir vor, dass es nicht jeden Tag einfach ist, weil genau dieses Thema ja ist.
00:21:03: Da ist die neue junge Kraft mit modernen Innovativen und vielleicht auch neuen Techniken.
00:21:08: Da isst die ältere Generation mit unglaublich viel Erfahrung hinein und vielleicht einem gewissen Ablauf der sich eingeprägt hat.
00:21:15: wo gerät ihr manchmal aneinander?
00:21:17: Gibt so was?
00:21:19: Wir geraten aneinander waren.
00:21:20: plötzlich jeder glaubt er muss mitreden Und das spreche ich nicht nur zwischen meinem Vater und mir, aber dann kommt da die Mama.
00:21:28: Dann kommt vielleicht auch natürlich Thomas mein Mann und dann kommt vielleicht noch meine Bruder und jeder hat eine Meinung.
00:21:34: Aber da muss ich sagen, hat mich immer wieder meinen ... Arbeitsleben sehr viel geholfen.
00:21:40: Und das merke ich jetzt auch, dass man in einem Familienbetrieb ganz anders miteinander umgeht.
00:21:45: In einem Arbeitsverhältnis spricht man anders miteinander und man spricht Dinge an.
00:21:49: Man hat ein bisschen so diesen gesunden Respekt in der Familie.
00:21:52: Da kann man sich alles irgendwie an den Kopf werfen und ist aber gleich wieder gut miteinander.
00:21:59: Und deshalb habe ich mir wirklich von meinem Arbeitsleben mitgenommen, dass ich mich das auch traue, gewisse Sachen anzusprechen.
00:22:05: Stopp, das ist mein Bereich.
00:22:07: Wir können jeder Konzern eine Meinung mitnehmen.
00:22:09: Du hast
00:22:10: das zum ersten Mal angewandt zu sagen, dass es mein Bereich ist.
00:22:13: Mein Tanzbereich?
00:22:15: Ja,
00:22:15: z.B.,
00:22:16: wir haben neulich eine Situation gehabt, da wir sind gerade dabei im Weingarten unterzupflanzen.
00:22:22: Also vielleicht nur als kurze Erklärung in Weingarden muss man immer wieder alte Stöcke entfernen und dann pflanzt man neue Unter.
00:22:28: Und dann ging's darum wie wir das tatsächlich machen welche Geräte wir verwenden.
00:22:32: Und dann saßen wir beim Sonntagsfrühstück und plötzlich hat jeder die beste Idee gehabt, welche Geräte wir verwenden.
00:22:39: Was wir kaufen und wo wir hinfahren und wie das zu sein hat.
00:22:42: Da musste ich tatsächlich so schön auf den Tisch schauen und die Frage stellen... So!
00:22:47: Und wer managt jetzt den Weingarten?
00:22:50: Sagen wir jetzt plötzlich alle Weingartenspezialisten, weil es so kann's nicht funktionieren.
00:22:54: Aber ich muss sagen, es war vielleicht ein kurzes Drummen im Raum.
00:23:00: Aber schlussendlich ist es genau das, was es braucht.
00:23:03: Und es hat jeder akzeptiert und so kann man dann auch wieder weiter tun.
00:23:08: Was ist dein Ziel für deinen Weinbaubetrieb in Kombination mit deiner Tätigkeit als Marketingexpertin?
00:23:14: Mein Ziel für meinen Weinbaubenbetrieb ist zum einen nicht nur unseren Weinbaubetrieb hoffentlich erfolgreich zu führen Aber auch wieder mehr Menschen zu motivieren, zum Heurigen zu gehen und zum Heuregen zu kommen.
00:23:27: Weil es einfach ein wunderschönes Kulturgut ist.
00:23:30: Das ist so ein Feeling oder das ist absolut... Also meine Kinder würden sagen heurige Vibes!
00:23:34: Das ist doch eine Stimmung wenn man bei dir reingeht wo man das Gefühl hat da ist obwohl die Tische jetzt noch leer sind.
00:23:39: da ist Gastlichkeit das Gemütlichkeit dass wir willkommen.
00:23:42: Genau und das ist so bisschen mein Ziel den Heuriken vielleicht ein bisschen mehr zu modernisieren im Sinne von, was kann ich mir erwarten?
00:23:50: Was wird mir geboten?
00:23:52: es auch wieder attraktiver zu machen für junge Leute weil's einfach so ein cooler Platz ist.
00:23:56: Wir sagen immer beim heurigen Comedy-Leute zusammen Wurst ob jung oder alt.
00:24:00: und das zweite für mich als persönliches Ziel ist einfach ja ein schönes glückliches Leben zu haben mit einem Job oder einem Beruf oder einer Lebensaufgabe die mir selber einfach Freude bereitet um das so gut als möglich zu genießen.
00:24:16: Ich danke dir ganz herzlich, dass wir heute bei dir hier zu Gast sein durften und uns auch selber überzeugen durften.
00:24:22: Wie du das alles miteinander managed von dir auch lernen durften.
00:24:26: zum Thema Übergabe oder Übernehmen worauf man achten kann!
00:24:30: Ich möchte mit dir ins Finale unseres Gesprächs gehen und das tu ich wohl gewohnt mit einem Wordrap.
00:24:36: Ich bin
00:24:37: eine passionierte Reiterin.
00:24:40: Mein Hof in einem Satz?
00:24:41: Ein Platz wo sich jeder wohl fühlt.
00:24:43: mein Tiefpunkt
00:24:45: Die Krankheit meines Vaters.
00:24:47: Mein Mutausbruch.
00:24:49: Meine Hochzeit?
00:24:51: Warum?
00:24:53: Aber das war einfach noch einmal so.
00:24:55: ein Moment von, es geht alles in die richtige Richtung, jeder freut sich mit uns und wir können alles schaffen!
00:25:02: Mein Herzensmoment.
00:25:04: Mein Landessieger
00:25:06: für
00:25:06: den Riesling und den Grünen Wettliner aus dem Nichts nach dem schweren Jahr.
00:25:10: Wow gratulation mein Antrieb
00:25:13: das Privileg, jeden Tag in der Natur sein zu dürfen.
00:25:17: Ich sage vielen herzlichen Dank, dass wir da sein durften und wir wünschen dir noch viele weitere Landesseger Auszeichnungen an der Folge mit deinem Betrieb, mit deinen Partnern, mit deiner Bonuskind.
00:25:26: Danke!
00:25:26: Vielen lieben Dank, das seht aus.
00:25:28: Der Podcast der Bauernzeitung HofTour auf erscheint vierzehntägig auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
00:25:47: Wer die Bäuerinnen nicht nur hören, sondern auch sehen möchte findet ergänzende Eindrücke und Einblicke zum Podcast auf den Social Media Kanälen und auf bauernzeitungen.at.
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